Kaninchen sind beliebte und liebenswerte Heimtiere – zugleich aber anfällig für mehrere ernste, oft tödliche Krankheiten. Gerade weil für einige dieser Erkrankungen nach Ausbruch keine wirksame Behandlung existiert, sind Impfungen der zentrale Baustein der Gesundheitsvorsorge. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Impfungen wichtig sind und wie ein sinnvolles Impfschema aussieht.

Die wichtigsten Impfungen

Gegen zwei Krankheiten sollten Kaninchen grundsätzlich geimpft werden: Myxomatose und die Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD), auch Kaninchenpest genannt.

Myxomatose wird durch das Myxoma-Virus verursacht und überträgt sich vor allem durch blutsaugende Insekten wie Mücken, aber auch durch direkten Kontakt. Typische Anzeichen sind Schwellungen um Augen, Ohren, Mund und Genitalbereich, entzündete Augen, Atembeschwerden und Lethargie.

RHD tritt in den Varianten RHDV-1 und RHDV-2 auf. Beide Formen sind hochansteckend und häufig tödlich; innere Blutungen führen oft rasch zum Tod. Die Übertragung erfolgt über direkten Kontakt, kontaminierte Gegenstände, Insekten und sogar über die Luft.

Viele dieser Erkrankungen sind nach Ausbruch nicht behandelbar – die Impfung ist daher die einzige zuverlässige Schutzmaßnahme.

Inzwischen gibt es Kombinationsimpfstoffe, die gleichzeitig gegen Myxomatose und RHD schützen und so die Zahl der nötigen Injektionen reduzieren.

Zusätzliche Impfungen

Je nach Lebensweise können weitere Impfungen sinnvoll sein. Der Kaninchenschnupfen (Pasteurellose) ist eine bakterielle Infektion der Atemwege und vor allem für draußen gehaltene Kaninchen oder Tiere mit Artgenossenkontakt relevant. Eine Impfung gegen Clostridiose wird dagegen nicht routinemäßig empfohlen und nur in besonderen Fällen nach tierärztlicher Rücksprache erwogen.

Ein sinnvolles Impfschema

Für ein in Deutschland draußen gehaltenes Kaninchen hat sich folgendes Schema bewährt:

  • Myxomatose: Erstimpfung ab der 4. bis 6. Lebenswoche, Auffrischung jährlich, idealerweise im Frühjahr vor der Mückensaison
  • RHD (RHDV-1 und RHDV-2): Erstimpfung ebenfalls ab der 4. bis 6. Woche, Auffrischung halbjährlich bis jährlich, je nach Impfstoff
  • Kaninchenschnupfen: Erstimpfung ab der 8. bis 10. Woche bei entsprechendem Risiko, Auffrischung jährlich

Dieses Schema ist ein allgemeiner Leitfaden. Das tatsächliche Vorgehen sollte stets individuell an Alter, Gesundheitszustand und Haltungsbedingungen angepasst werden.

Risiken und richtige Vorbereitung

Wie jeder medizinische Eingriff sind auch Impfungen nicht völlig risikofrei – die Nebenwirkungen sind jedoch meist gering. Möglich sind lokale Reaktionen an der Injektionsstelle, vorübergehende Abgeschlagenheit oder verminderter Appetit; allergische Reaktionen sind sehr selten. Beobachten Sie Ihr Kaninchen nach der Impfung und melden Sie Auffälligkeiten.

Wichtig: Geimpft werden sollten nur gesunde Tiere. Vor jeder Impfung gehört daher eine gründliche Gesundheitskontrolle. Nach der Impfung dauert es einige Tage bis Wochen, bis der volle Schutz aufgebaut ist – in dieser Zeit bleibt das Tier noch anfällig. Mit regelmäßigen Impfungen und tierärztlicher Begleitung schaffen Sie die beste Grundlage für ein langes, gesundes Kaninchenleben.