Zecken sind für Hunde weit mehr als eine lästige Plage. Als blutsaugende Parasiten übertragen sie eine Reihe ernster Krankheiten. Ein wirksamer, ganzjähriger Zeckenschutz gehört deshalb zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen für Ihren Hund. In diesem Ratgeber zeigen wir, welche Risiken bestehen, welche Schutzmethoden es gibt und wie Sie eine Zecke richtig entfernen.
Welche Krankheiten Zecken übertragen
Zecken lauern in Gras, Büschen und Unterholz und klammern sich an vorbeilaufende Hunde. Beim Blutsaugen können sie verschiedene Erreger übertragen. Zu den wichtigsten zählen:
- Lyme-Borreliose – verursacht durch Borrelia burgdorferi, mit Fieber, Lethargie und geschwollenen Gelenken
- Anaplasmose – mit ähnlichen Symptomen wie die Borreliose, im schweren Fall mit Blutungsproblemen
- Ehrlichiose – mit Fieber, Apathie, Gewichtsverlust und Blutungen
- Babesiose – befällt die roten Blutkörperchen und kann Anämie, Gelbsucht und dunklen Urin verursachen
Da Zecken die Erreger oft erst nach mehreren Stunden des Saugens übertragen, ist die schnelle Entfernung entscheidend.
Der beste Schutz ist die Vorbeugung: regelmäßige Prophylaxe kombiniert mit der täglichen Kontrolle des Fells nach jedem Spaziergang.
Natürlicher und chemischer Schutz
Beim Zeckenschutz haben Sie die Wahl zwischen natürlichen und chemischen Methoden. Natürliche Ansätze wie ätherische Öle, Diatomeenerde oder spezielle Halsbänder gelten als sanfter, ihre Wirkung ist jedoch begrenzt und kurzlebig. Zudem sind manche ätherischen Öle für Hunde giftig. Sie eignen sich daher eher als ergänzende Maßnahme.
Chemische Präparate bieten in der Regel einen verlässlicheren und länger anhaltenden Schutz:
Spot-on-Präparate werden in den Nacken aufgetragen und wirken mehrere Wochen. Zeckenhalsbänder geben kontinuierlich Wirkstoff ab und schützen bis zu mehrere Monate. Orale Medikamente wirken von innen und töten Zecken ab, sobald sie sich festsaugen. Sprays bieten kurzfristigen Schutz, etwa vor einem Ausflug ins Grüne.
Schwere Nebenwirkungen sind selten; meist treten allenfalls milde, vorübergehende Hautreaktionen an der Anwendungsstelle auf. Wichtig ist, das Präparat passend zu Größe und Gewicht des Hundes auszuwählen und die Anweisungen genau zu befolgen.
Niemals Hundepräparate bei Katzen anwenden
Ein besonders wichtiger Hinweis: Zeckenmittel für Hunde dürfen niemals bei Katzen angewendet werden. Viele Hundepräparate enthalten Permethrin, das für Katzen hochgiftig ist – ihnen fehlt das Enzym, um den Wirkstoff sicher abzubauen. Eine Vergiftung kann zu Speicheln, Zittern, Krämpfen und im schlimmsten Fall zum Tod führen und erfordert sofortige tierärztliche Hilfe.
So entfernen Sie eine Zecke richtig
Finden Sie eine Zecke, entfernen Sie sie so schnell wie möglich. Greifen Sie sie mit einer feinen Zeckenpinzette oder Zeckenkarte direkt an der Haut und ziehen Sie sie langsam und gerade heraus – ohne zu drehen, zu rucken oder zu quetschen. Desinfizieren Sie anschließend die Bissstelle und beobachten Sie sie in den folgenden Wochen.
Verzichten Sie auf Hausmittel wie Öl, Klebstoff oder Hitze: Sie reizen die Zecke und erhöhen das Risiko einer Krankheitsübertragung. Treten nach einem Biss Rötungen, Schwellungen, Fieber oder Abgeschlagenheit auf, suchen Sie bitte Ihren Tierarzt auf. Bei der Wahl des richtigen Schutzmittels für Ihren Hund beraten wir Sie gern individuell.
